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Buchvorstellungen der Gemeindebücherei Jesberg

Drei Meter unter Null“ von Marina Heib

Der Autorin:

Marina Heib wurde in St. Ingbert im Saarland geboren. Nach ihrem Studium der Orientalistik und Philosophie ging sie 1988 nach Hamburg, wo sie als Journalistin für mehrere Publikumszeitschriften tätig war. Seit 1998 arbeitet sie als Drehbuchautorin fürs Fernsehen. Von Marina Heib sind bislang fünf Kriminalromane, ein Thriller sowie diverse Kurzgeschichten erschienen..

Sie beobachtet ihre Opfer. Sie plant ihre Morde. Nichts will sie dem Zufall überlassen. Sie schlägt den Weg der Gewalt jedoch nicht ohne Grund ein. Ihr Leben lang bemühte sie sich um ein normales Leben. Doch die Hülle der Normalität umschloss eine tiefe Verzweiflung, die sie zu verbergen wusste. Bis zu einem nebligen Donnerstag im November. Dem Tag, an dem sie beschließt, eine Mörderin zu werden. Sie will die Dämonen vernichten. Sie will Rache. Sie empfindet kein Mitleid. Sie sollen leiden. Genau wie sie.

Geschrieben ist „Drei Meter unter Null“ aus der Ich-Perspektive einer 34jährigen selbstbewussten unabhängigen Frau, die nach ihrem Einser-Abi und dem abgeschlossenen Informatik Studium einen guten Job hat und in Berlin-Mitte eine schicke Eigentumswohnung bewohnt. Und doch brodelt es unter der scheinbar so perfekten Fassade, Der Leser erlebt, wie sie denkt, handelt und fühlt. Ab der ersten Seite spürt man ihre Aggressionen und ahnt, dass sie von großen seelischen Problemen getrieben wird. Am Anfang tappt der Leser noch völlig im Dunkeln, der Psychothriller scheint etwas undurchsichtig und verwirrend und man weiß nicht, warum die Protagonistin so handelt. Die Rückblicke in ihre Kindheit lassen nicht vermuten, warum aus ihr so eine eiskalte Killerin geworden ist, die sehr berechnend und emotionslos vorgeht. Was haben ihre Opfer getan, dass die Killerin sie leiden lassen will und es für sie scheinbar keine andere Option gibt, als den möglichst qualvollen Tod ihrer Opfer. Schließlich weiß man es und es und kann ihre Mordlust gut nachempfinden und dann aber - zum Schluss - nochmal der Hammer. Diese Wendung auf den letzten Seiten - damit rechnet man nicht.

Der Psychothriller ist überaus spannend und fesselnd und  absolut lesenswert.

 

„Sonntags in Trondheim“ von Anne B. Ragde

Wer die Trilogie rund um die Familie Neshov aus Trondheim gelesen hat, wird sich auch in
Anne B. Ragdes neuem Buch: Sonntags in Trondheim, gut zurecht finden. Für Leser,
die die vorherigen Bücher nicht gelesen haben, wird es etwas schwieriger werden, die Zusammenhänge gleich zu verstehen. Obwohl Ragde immer wieder in kurzen Absätzen aus der Vergangenheit berichtet, dauert es einige Zeit, bis man sich zurechtfindet. Leser, die die Familiengeschichte bzw.-Tragödie der Familie Neshov kennen, legen auch das neue Buch nicht so schnell aus der Hand. 

Mittlerweile lebt der "Alte" in einem Pflegeheim, wo er sich sehr wohl fühlt. Wahrscheinlich das erste Mal nach ganz vielen Jahren. Sein "Sohn" Margido besucht ihn regelmäßig und versorgt ihn mit Büchern und seinen Lieblingssüßigkeiten. Margido selbst geht in seinem Beruf als Bestatter mehr als auf. Mit Hingabe kümmert er sich um die Beerdigungen, die Hinterbliebenen und ist auch immer für seine Mitarbeiter da. Ansonsten lebt er allein und zurückgezogen in seiner kleinen Wohnung. Ganz im Gegenteil zu seinem Bruder Erlend. Der als Dekorateur zusammen mit seinem Mann Krumme ein Leben in Saus und Braus führt. Sie haben drei Kinder, die abwechselnd bei Ihnen oder bei den Müttern leben. Manchmal wohnen sie auch alle zusammen. 

Das Sarglager von Margido befindet sich mittlerweile auf dem leer stehenden Neshov-Hof. Der gehört mittlerweile seiner Nichte Torunn, da sein ältester Bruder verstorben ist. Torunn lebt hoch im Norden Norwegens und telefoniert nur ab und zu mit ihrer Familie. Nachdem sie sich von ihrem Freund getrennt hat, will sie auf den Hof ziehen. Obwohl er ziemlich runtergekommen ist, macht es ihr Spaß, ihn Schritt für Schritt wieder herzurichten. Als ihr Onkel Margodi sie besucht und sie merken, dass sie sich in vielen ähneln, kommt ihr eine Idee, die dem Familienleben der Neshovs eine ganz andere Richtung gibt.

Wer die Neshovs trotz ihrer nicht alltäglichen Familienverhältnisse ins Herz geschlossen hat, der wird auch "Sonntags in Trondheim" mit Interesse lesen und danach hoffen, dass Anne B. Ragde noch ein weiteres Buch rund um Torunn und ihre Familie schreibt.